Ist Barfen wirklich besser? Hier sind 5 Gründe dafür!

Warum barfen besser ist, wird mir meist erst dann bewusst, wenn ich mal eine Zeit lang nicht gebarft habe. Zum Beispiel jetzt gerade. Im Urlaub. Während ich dies schreibe, sitze ich auf der Terrasse einer Blockhütte im Pfälzerwald. Hier haben wir nicht mal ein Kühlfach zur Verfügung.

Aber es gibt auch Situationen im Alltag. Zuhause. Wenn ich zwischen Selbständigkeit, Haushalt, Kindern und Co. damit liebäugle, es mir eine Zeit lang “einfacher” zu machen.

Barfen in meinem Alltag

Ja – der Wunsch am Abend nicht noch mal raus zur Tiefkühltruhe laufen zu müssen, um 4-5 Zutaten für den nächsten Tag zu abwiegen, schleicht sich auch in meinem Alltag manchmal ein. Zum Beispiel, wenn es in Strömen regnet, wenn es schon dunkel ist oder gleich beides.

Besonders dann, wenn sich meine Kinder gerade wegen jeder Kleinigkeit lautstark in die Haare bekommen und ich bemüht bin, sie schnellstmöglich ins Bett zu lotsen. Oder, wenn ein besonderer Anlass (Weihnachten, Kindergeburtstage usw.) bevorsteht und ich den Kopf eh schon voll mit 1000 zu erledigenden Dingen und Terminen habe.

In diesen Momenten kann sich der Gedanke, am nächsten Morgen einfach nur eine Dose oder Tüte zu öffnen, um den Inhalt in den Napf zu klatschen, sehr verlockend anfühlen. Und ja – tatsächlich gebe diesem Wunsch dann auch zeitweise nach.

Zeit & Arbeit im Tausch für mehr Glück und Gesundheit

Allerdings hält die unbändige Freude über meine “neue Leichtigkeit” meist nicht länger als eine Woche. Dann sehe ich den Zahnbelägen im Hundemaul langsam, aber doch stetig, beim Wachsen zu. Die Hundehaufen machen dieselbe Transformation durch. Und irgendwann ist meine Setter Dame auch nur noch so mittel begeistert, wenn ich wieder mit derselben Pampe oder demselben trockenen Zeug ankomme.

Nach ein paar Tagen denke ich also, ‘OKeeee – ich würde ja auch nicht morgens und abends immer dasselbe Fertigericht essen wollen’. Also mische das Futter aus rohem Muskelfleisch, püriertem Obst/Gemüse, fleischigen Knochen und Innereien doch lieber wieder selbst zusammen.

Und spätestens dann, wenn mein Hund schon vor den Fütterung einen Freudentanz aufführt, weiß ich auch wieder warum ich barfe. Denn, ich bin ganz ehrlich – wenn mein Hund glücklich ist, bin ich es doch auch irgendwie 😉

Barfen ist besser! Meine 5 Argumente dafür:

  1. SICHERHEIT – DU BESTIMMST WAS DRIN IST

    Viel zu viele Vitamine und Mineralstoffe, damit das Futter auch nach Ablauf des Haltbarkeitdatums garantiert noch ausreichend davon hat? Futtermilben, auf die dein Hund oder deine Katze allergisch reagiert? Viel zu viele pflanzliche Zutaten, obwohl auf der Verpackung ein saftiges Fleischstück abgebildet ist? Findest du alles doof? Dann bestimme doch einfach selbst, was drin sein soll, in deinem Futter!

    Lege für dich fest, welche Fleischsorte in welcher Menge du verwenden möchtest. Dann weißt du auch sicher, dass du kein Zucker unter dein Futter gibst und auch keine Dinge wie Mais/Kartoffel/Süßkartoffel/Maniok verfütterst, deren große Stärkemengen im Körper genauso zu Zucker umgewandelt werden.

    Du entscheidest, ob dein Tier lieber Fisch fressen oder ob du Lebertran als Öl beifügen möchtest. Nachträglich zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe waren dir schon immer suspekt? Beim Barfen hast du die Möglichkeit, diese ganz natürlich z.B. durch die Fütterung von Innereien und Knochen abzudecken.

  2. NACHHALTIGKEIT – DU BESTIMMST WOHER ES KOMMT

    Ist es dir wichtig, dass dein Fleisch nur vom Weiderind, von freilaufenden Hühnern oder von Schafen aus Deutschland stammt? Dass diese nicht erst durch die halbe Welt transportiert wurden, bevor sie geschlachtet werden? Wenn du barfst, hast selbst in der Hand, woher deine Zutaten stammen. Du kannst dein Fleisch von der Metzgerei nebenan oder vom Bauernhof beziehen. Du kannst es bei einen der vielen Barfshops kaufen, die darauf achten woher ihr Fleisch stammt. Du selbst entscheidest, welchen Lieferanten zu für Vertrauenswürdig hältst.

  3. QUALITÄT – SEHEN UND RIECHEN WAS DU FÜTTERST

    Wenn du deine Futterkomponenten selbst zusammenstellst, erfasst du die Qualität der Zutaten mit all deinen Sinnen. Du riechst und siehst was du fütterst. Das ist ein großer Unterschied dazu, fertig gepresstes oder vorgekochtes Futter, oder Hackfleisch-Fertigmixe einfach nur von der Packung oder Dose in den Napf zu schieben.

    Bietest du deinem Tier ganze Fleischstücke an, hast du die volle Qualität ungeschönt vor Augen und Nase. Es gibt Barffleisch, das besser aussieht, wie dein Grill-Steak vor dem Grillen. Wirklich.

    Und bedenke, dass dein Hund oder deine Katze, mit einem noch viel besseren Geruchssinn ausgestattet sind. Mache die Fütterung zu einem Erlebnis der Sinne für dein Tier!

  4. INDIVIDUELLE ZUSAMMENSTELLUNG

    Gerade wenn dein Tier zu Überempfindlichkeiten im Magen-Darm-Bereich neigt oder wenn es schon Haut-, Ohr, oder Analdrüsenprobleme hat, ist Barfen eine gute Möglichkeit dies in den Griff zu bekommen.

    Die Verdauung wird wieder in ein natürliches Gleichgewicht gebracht, der Stoffwechsel wird herausgefordert, der Körper dazu animiert alle verfügbaren Verdauungssäfte zu bilden. Im Darm werden die guten Bakterien gefüttert.

    Es gibt, bei einer hohen Fleischmenge über 70 %, weniger Fehlgährungen im Dickdarm. Im Klartext: dein Tier muss wahrscheinlich nicht mehr so viel pupsen. Hat dein Hund oft zu weichen Kot und daher Probleme mit den Analdrüsen? Auch das lässt sich steuern, zum Beispiel indem du die Knochenmenge so aufteilst, dass dein Hund einige Male pro Woche härteren Kot hat und die Analdrüsen so, ganz automatisch und auf natürliche Weise entleert werden.

    Neigt dein Hund zu Zahnstein? Seealgenmehl sorgt dafür, dass der Zahnstein weich wird und die Fütterung von größeren Fleischstücken oder fleischige Knochen reiben die Beläge dann regelmäßig vom Zahn herunter.

    Wenn ich zwei Wochen Dose füttere, bekommt mein Hund braune Zähne. Nach einigen Wochen Barfen sind sie wieder weiß.

    Pansen stinkt dir? Schüttelt es dich schon beim Gedanken daran, dass du ja beim Barfen auch Pansen verfüttern musst? Musst du nicht! Es gibt keine Notwendigkeit Pansen zu füttern. Es kann sogar Nachteile für deinen Hund haben.

  5. BESSERE VERWERTBARKEIT

    Nahrung kann von Hund und Katze sehr viel effizienter verwertet werden, wenn ein Großteil davon, wie Fleisch und Fett, schon im Dünndarm verdaut werden kann. Das ist der Fall, wenn mehr als 70% der Nahrung aus hochwertigen (!) tierischen Komponenten besteht.

    Eine direkte Folge davon ist, dass der “Output” – also die Hundehaufen – kleiner werden. Letztendlich kommt also weniger von dem was du oben reingibst unten wieder raus. Für dich heißt das auch: du verbrauchst weniger Futter.

 

Hast du Lust bekommen dein Tier selbst zu barfen? Ich erstelle dir gerne einen Barfplan für deinen Hund oder deine Katze.

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Wer schreibt hier?

Ich bin Yvonne Bach. Lebenslustig, pragmatisch, ehrlich. Verheiratet. Mama von zwei tollen Kindern und Besitzerin einer Setter Dame aus italien. Seit 2008 berate ich Tierhalter als Tierhomöopathin und habe mich 2018 auf die gesunde Ernährung von Hund und Katze spezialisiert.