Seit 2017 hatte ich diese Idee: Ich wollte mehr Menschen – speziell Tierhaltern – gerne helfen ihre Tiere gesund zu erhalten. Online. Zunächst war meine Idee, zu zeigen, wie man Homöopathie erfolgreich selbst an seinem Tier anwenden kann. Doch dann entwickelte sich meine Selbständigkeit weiter. Weil ich merkte – allein mit der Homöopathie komme ich oft nicht weiter. Die BASIS – das Futter muss umgestellt werden, wenn ein erkranktes Tier auf lange Sicht gesund werden soll. So spezialisierte ich mich 2018 auf Futterberatungen für auf Hunde und Katzen.

2018 und 19 sammelte ich jede Menge Erfahrungen im Bereich Rohfütterung und baute meinen Barfshop auf. Ich setzte meine Homepage neu auf und spezialisierte mich auf Hunde- und Katzen. Doch was das Online-Business anging, stand ich mir lange selbst im Weg. 2020 wagte ich zwar meine 1. Hundefutter-Challenge aber danach verließ mich der Mut.

Für 2021 hatte ich mir vorgenommen endlich das durchzuziehen, was ich schon seit 2017 im Kopf hatte. Und ja – ich habe es getan! Doch das hat leider nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber ist das jetzt eine Niederlage?

Auf rosaroten Träumwölkchen ins Jahr 2021

Das Corona verschwindet, war für mich schon 2020 keine Option. Krankheiten kann man weder „ausrotten“ noch verschwinden sie plötzlich, da können auch Jahreswechsel wenig dran ändern 😉 Und so war schon Ende 2020 fast klar, dass es wieder Homeschooling geben würde… Allerdings ist mir eine unfassbare, ja manchmal naive Positivität eigen, die mir in ruhigen Zeiten voller Elan und mit glänzenden Augen zuflüstert: ‘Mit den Kindern – das wuppst du! Homeschooling mit Kindern kann einfach sein. Du musst es nur WOLLEN!’ Und so startete ich positiv und voller Zuversicht ins neue Jahr.

Meine Ziele sind klar

Dieses Jahr schreibe und rede ich nicht mehr nur über meine Ziele – am Besten ich sag einfach gar nix mehr und liefere statt dessen gleich Ergebnisse. Das waren meine Gedanken am Anfang des Jahres. Ich musste endlich in den Quark kommen, meine tolle Hundefutter-Challenge vom Herbst wiederholen aber danach, was ich mich bei der letzten Challenge nicht getraut hatte, direkt den Mitgliederbereich starten – so dass ich dann feste monatliche Einnahmen hätte. Denn:

Es muss mehr Geld her

Dabei ging es nicht um Luxuswünsche. Es ging um meine Existenz als Unternehmerin. Herzblut, Leidenschaft und Freude am Tun ist wunderbar. Aber am Ende des Tages muss ich meine Altersvorsoge, Versicherungen, den Strom für die ganzen Tiefkühltruhen in meinem Barfshop und auch einfach mal Klamotten für die Kinder bezahlen können. Ich wollte schon immer eine Unternehmerin sein und auf keinen eine Frau die mit ihrem Hobby dem Mann auf der Tasche liegt.

Realität und Wunschvorstellungen kollidieren

Homeschooling

So hatte ich mir das vorgestellt.

In der Realität sah es in den ersten Wochen des Jahres allerdings anders aus. Denn – auch wenn ich alles so schön aufbaute wie in meinen rosaroten Hirngespinsten eines funktionierenden Onlinebusness mit Kindern im Homeschooling: Ein Zweitklässler links, eine Viertklässlerin rechts und ich voller Tatendrang in der Mitte mit meinem Laptop. Es ging desaströs schief.

Die Kinder hatten entweder keinen Bock und pfefferten ihre Schulaufgaben durch die ganze Küche, sie verstanden die Aufgaben nicht und brauchten meine Hilfe oder sie ärgerten sich gegenseitig bis aufs Blut.

Am Ende schrien wir uns gegenseitig an und nicht nur einmal verließ jemand weinend und türenschlagend das Zimmer. Und ich verzweifelte immer mehr. Weil die Aufgaben die Mittags fertig an die Schule geschickt werden mussten nicht fertig wurden. Und auch, weil ich mich so gar nicht auf meinen Arbeit konzentrieren und dranbleiben konnte. Deshalb endete die 1. Woche Homeschooling mit der Erkenntnis, dass es so nicht funktionieren würde.

Voller Einsatz im Homeschooling mit Grundschulkindern

Mein Sohn zeigt sein Homeschooling-T-Shirt

Mein Mann hat für jeden von uns ein T-Shirt bestellt.

Anfang der 2. Woche legte ich also meine Arbeit zur Seite. Ich motivierte, half, beschwichtigte, feuerte an, machte leckeres Essen, tanzte in den Pausen mit den Kindern durch die Küche und ging täglich mit Hund und Nachwuchs spazieren. Und – tadaaaa – so klappte es gut mit der Beschulung zuhause. Wir hatten alle wieder richtig Spaß und Elan. Nur – meine Arbeit blieb liegen.

Der Barfshop darf geöffnet bleiben

Zum Glück durfte der Barfshop als “systemrelevanter Futtermittelvertrieb” die ganze Zeit über geöffnet bleiben. Was liegen blieb, waren die Marketingarbeit für meine Beratungsleistungen, die Beratungen selbst. Ich war gedanklich ganz einfach nicht in der Lage, in Sekunden zwischen Mathe und Hundeverdauung hin- und her zu switchen, während die Kinder lautstark alles andere machten, als ihre Aufgaben. Und ja – ich hatte es versucht. Ich kann mich noch an 1 oder 2 verpeilte Telefonate erinnern… bevor ich meine Online-Terminvergabe für Erstgespräche von der Homepage nahm.

Aber: Keine Beratungen = keine Barfpläne = kein Geld. Denn, ich muss dir ehrlich sagen, um von einem Futterladen leben zu können musst du weit mehr Umsatz machen als ich es derzeit kann. Auch wenn es super läuft und stetig besser wird – ich liebe den Futterverkauf – aber ich verdiene kaum Geld damit.

Ich stehe mit Homeschooling-T-Shirt in unserer Küche

Ich hab auch ein T-Shirt bekommen. Foto von meiner Tochter. 🙂

Diese Phase in der ich rein für die Kinder da war, hielt an, bis zu den Osterferien im April.

Der “Brainfucker” übernimmt

Kennst du den Brainfucker? Das ist, zumindest laut Lars Ahmend, diese kleine gemeine Stimme in deinem Kopf, die dir ständig negative Dinge einflüstert.

Während ich also die Kinder beschulte und zu nichts mehr kam, was ich umsetzen wollte ging es in meinem Kopf immer weiter bergab:

‘Du schaffst das nie mit deinem Vorhaben online erfolgreich zu werden! Die Situation wird sich eh nicht mehr groß ändern, nach den Osterferien kommen die Pfingstferien und dann die Sommerferien! Wer weiß, wann der nächste Lockdown kommt. Und was willst DU schon in der wenigen verbliebenen Zeit schon groß auf die Beine stellen? Wie willst du der Familie und deiner Selbständigkeit gerecht werden – das geht gar nicht. Außerdem will dein Zeug sowieso niemand kaufen. Eigentlich kannst du dir gleich einen Job suchen – aber wer kümmert sich dann um die Kinder?!’

Das Ganze wurde noch befeuert durch ein Telefonat mit meinem Steuerberater, der mich fragte: „Wie lange willst du dein teure Hobby eigentlich noch fortführen?“ Wumms – das saß. Erst verzweifelte ich noch mehr, dann dachte ich – OK – jetzt erst recht! Aber wie das gehen sollte, wusste ich noch nicht so recht.

Angst vor der eigenen Courage

Du musst wissen – ich bin etwas menschenscheu (Leute die mich kennen lachen sich jetzt wahrscheinlich kringelig – aber doch – es stimmt. Menschen, vor allem mehrere fremde Menschen, machen mich, je nach Tagesform, echt nervös und das stellt mir immer mal wieder ein Beinchen. Denn um online sichtbar zu werden muss man sich zeigen. Regelmäßig und vor viele fremden Menschen und am Besten macht man auch noch Live-Videos usw…. Ja, ich hatte wirklich richtig fiese Angst, den nächsten Schritt zu gehen. Und irgendwie verstrickte ich mich zu dieser Zeit immer mehr in schlimme Gedanken, Ängste und fühlte doch ein ‘ich will aber’.

Auftanken bei Mama & Papa

Meine Eltern geben sich immer sehr viel Mühe bei der Dekoration 🙂

Zum Glück fuhren wir über Ostern eine Woche zu meinen Eltern. Das ist für mich immer eine Oase der Entspannung und des Wohlfühlens und wie ein kleiner Reset. Schon zu Anfang der (normalerweise) 4,5 stündigen Autofahrt und mit der Sicherheit, dass ich jetzt für eine Woche einfach mal nichts machen muss, fühlte ich – wow – mein Elan wacht wieder auf und plötzlich, während ich Podcasts von Johanna Fritz hörte und einfach auf die Straße und die Autos vor mir sah, kamen auch die Ideen wie es gehen könnte.

Wir standen insgesamt 2 Stunden im Stau – direkt auf den ersten 100 km. Aber ich war trotzdem seit langem mal wieder bester Laune und voll Zuversicht. Meine Kinder dürfen übrigens während dieser langen Fahrten Filme auf dem Tablet anschauen. Sonst wäre die Fahrt vermutlich weniger entspannend für mich geworden. 😉

Gemeinsam geht es besser

Irgendwann, während dieser Auszeit mit Kindern, die ich größtenteils Romane lesend und in der Sonne sitzend verbrachte, sah ich mir auch die anstehende Challenge von Johanna Fritz näher an.

Sie sagte – ‘EGAL wie klein deine Newsletterliste ist und wie groß und unfertig dein Plan ist, wir kommunizieren und verkaufen ihn. Aber es wird natürlich ehrlich kommuniziert, dass dieser Kurs noch nicht existiert. Das du ihn erst gemeinsam mit den Leuten aufbaust.’

Erst dachte ich: “Oh shit” Denn genau das wollte ich NIE machen. Meine Angst, dass ich mein Versprechen nicht halten können würde, war groß. Denn wer Kinder hat weiß, wie viel unvorhergesehenes passieren kann. Und schließlich würden mich diese Leute ja dann bezahlen. Außerdem hatte ich ja wirklich nur eine minikleine Newsletterliste von knapp 150 Leuten, der Großteil davon bereits meine Kunden.

Aber dann machte ich „die Augen zu“, folgte Johannas Anweisungen und bot einfach in insgesamt fünf E-Mails meiner kleinen E-Mail-Liste meine große Vision an: den Einfach-Barfen-Onlinekurs.

Die Idee war, einen Kurs zu erschaffen, der den Hundehaltern alle Sorgen vor falscher Ernährung abnimmt, der ihnen erklärt warum was in welcher Menge zu einer ausgewogenen Ernährung für den Hund gehört. Der die Sicherheit vermittelt, die vielen Menschen die ihren Hund abseits der Fertigfutterindustrie füttern wollen, fehlt.  Am Ende des Kurses sollten die Hundehalter einen fertigen Barfplan mit allen Zusätzen für ihren Hund haben und barfen. Die Gruppe könnte dann weiter von meinen Tipps rund um die Hundegesundheit profitieren, während ich eine 2. Gruppe durch den dann fertigen Barf-Kurs führen würde. Soweit der Plan.

Doch erst mal: Bibbern und bangen

Nachdem ich die erste Mail geschrieben hatte, folgten 2 Wochen Bauchkribbeln und Panikattacken. ‘Oh Gott! Was mache ich wenn KEINER bucht???’ Und in der nächsten Sekunde: ‘Oh Gott! Was mache ich WENN JEMAND bucht???’

Rückendeckung von meinen Kunden

Und dann rief mich eine meiner Kundinnen an und sagte: „Ich habe deine E-Mail bekommen. Ich glaube, das wird gut! Egal ob noch jemand bucht oder nicht – ICH bin dabei und wir ziehen das durch!“ Wow – das war ein Gänsehautmoment. Da war plötzlich noch jemand, der an mich und meine Ziele glaubte. Das war ein unbeschreiblich tolles Gefühl. UND – ich hatte die erste Buchung!

Während ich mich also an den technischen Teil der Umsetzung eines Mitgliederbereiches machte, trudelte plötzlich eine Buchung nach der anderen ein. Ok – aufgrund meiner E-Mail-Kontakte fast alles Leute die bereits Kunden waren. Alle ernährten ihre Hunde bereits roh – aber dennoch – auch ihnen fehlte ganz einfach die Sicherheit, auch wirklich alles richtig zu machen. Und war es nicht genau das was ich vermitteln wollte? Sicherheit?

Der “Einfach-Barfen-Onlinekurs” startet

So waren es schließlich ganze sechs tolle Menschen, die mit mir im Mai in meinem so lang ersehnten Mitgliederbereich starteten. Und obwohl im April noch nichts da war – kein Mitgliederbereich, kein Kurs, kein gar nichts, schaffte ich es, in zwei Wochen alles einzurichten und es konnte los gehen.

Voller Elan entsteht Woche für Woche der Inhalt

  • Zunächst thematisierte ich die Befüchtung vieler Hundehalter, dass Barfen im Gegensatz zu Fertigfutter im Hinblick auf die Nährstoffversorgung unsicher ist. Warum das Gegenteil der Fall ist, erklärte ich in der ersten Lektion.
  • Weiter ging es mit einem Grundkurs in Verdauung von Wolf und Hund. Hier sahen wir uns an, warum die oft angepriesenen Studien und die Schlüsse (Hund = Allesfresser) nicht aussagekräftig sind.
  • Nachdem ich weitere Basics, wie den Grundumsatz und das Hundegewicht erläutert hatte und meine Mitglieder selbst die Grundlagen für die Errechnung ihres Barfplans geschaffen hatten, schaute wir uns ab Lektion 4 die Zutaten der Barfration und die Zusätze Schritt für Schritt an.

Die Stimmung war gut, die 2-wöchigen Zoom-Treffen immer gut besucht. Ich durfte sogar ein Interview geben für den Membership-Kongress von Sascha Feldmann. Es war gigantisch.

Ich hatte endlich erreicht was ich wollte!

Eigentlich.

Ich habe mich übernommen

Woche für Woche erstellte ich für meine Mitglieder Worksheets (1-3-seitige PDFs in denen die Lektionsinhalte nochmal zusammengefasst und optisch richtig schön aufbereitet waren), ich traf mich online mit den Mitgliedern um Fragen zu klären, schrieb Texte und drehte Videos.

Aber ich hatte ja auch noch den Barfshop zu bedienen und EIGENTLICH musste ich ja auch noch neue Mitglieder aquirieren – denn wenn der Kurs fertiggestellt war, wollte ich ihn ja verkaufen.

Die Familie leidet

Gegenüber der Familie hatte ich allerdings immer öfter schlechte Laune. Ich hatte keine Zeit mehr für die Kinder und schimpfte und motzte nur noch, bis auch mein Mann mich irgendwann auf dieses ständige schlechte Laune ansprach… und da musste ich zugeben – ich hatte gerade in dem Moment gar keinen Spaß mehr an der Sache. Ich funktionierte nur noch, arbeitete und arbeitete und hatte trotzdem ständig ein schlechtes Gewissen wegen dem, was ich NICHT schaffte.

Wenn sich alles zu viel anfühlt

Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns schon mitten in den Sommerferien. Die Kinder waren also 6 Wochen zuhause. Ich hatte die Intervalle zwischen den Onlinekurs-Lektionen schon, in Absprache mit den Teilnehmern, erst auf 2 dann auf 3 Wochen strecken müssen.

Trotzdem steckte ich in einer großen Erschöpfung. Eigentlich wollte ich gar nichts mehr sehen oder hören – jeglicher Gedanke an die Arbeit war mir zu viel und ich hatte den Eindruck der Kurs wird nie fertig. Obwohl nur noch 3 Lektionen fehlten

Endlich Urlaub

Meine ganze Hoffnung auf Erholung lag auf unserem Sommerurlaub. Ein großes Abenteuer – denn wir hatten uns eine komplette, gebrauchte Zeltausrüstung gekauft und wollten nun zum ersten Mal 10 Tage mit der ganzen Familie zelten gehen. Nicht weit weg – gerade mal eine Stunde Fahrtzeit, hoch in den Schwarzwald. Dort waren wir schon mal, hatten damals aber eine Hütte (also quasi eine Ferienwohnung) gebucht.

Der Platz – Naturcamping-Langenwald – liegt direkt an einem Wald mit wilden Heidelbeeren, einem kleinen See und vielen kleinen und größeren Wanderrouten. Die Leute dort sind einfach unfassbar nett, Kinder und Hunde sind willkommen und es gibt leckeren Kaffee (sehr wichtig, wie ich finde) 😉 Bis Freudenstadt sind es nur wenige Kilometer mit dem Auto.

Herausfordernd war, dass wir keinerlei Erfahrung im Campen hatten. Außerdem litten wir in den ersten 2 Tagen unter brutal schlechtem Wetter. Es regnete und war richtig kalt… Die Kinder hatten nach bereits einem Tag keinen einzigen trockenen Schuh mehr, das Wasser lief in unser Zelt. Nach den 2 Tagen war die Hälfte der Kleidung vollkommen vermatscht (der Boden im Zelt auch) und ich war so durchgefroren, dass mir jeder Muskel wehtat. Ich fürchtete richtig krank zu werden. Abends schwor ich – wenn das noch einen Tag so weitergeht, fahren wir wieder heim!

Doch mit Tag 3 kam die Sonne raus und es wurde – und blieb – richtig toll! Tagsüber wurde es sogar so warm, dass wir Mittags in kurzen Hosen und T-Shirts in den Schatten flüchten mussten.

Die Schattenseiten unseres Urlaubs

OK – nachts war es frostig kalt, die Isomatten waren ziemlich hart, der Weg zum Klo weit (und wir liefen ihn bis zu 4x pro Nacht), ein Kind bekam die Kotzeritis und irgendwelche Tiere fraßen nachts einen Teil unserer Vorräte auf, die wir wohl nicht gut genug gesichert hatten.

Und dennoch waren wir begeistert

Insgesamt war es trotzdem ein richtig toller Urlaub. Wir hatten halt kein 5 Sterne-Hotel gebucht. Die Kinder waren auf jeden Fall Feuer und Flamme, es wurden schnell neue Freundschaften geschlossen, und gemeinsam wurde durch die Botanik gestreunt oder Schiffchen gebastelt und auf dem Bach, der durch den Campingplatz führt, schwimmen gelassen. Auch wir Eltern verstanden uns gut und am letzten Abend grillten wir sogar gemeinsam. Das war richtig schön!

Meine Arbeitssachen (die ich nur “sicherheitshalber” eingesteckt hatte) schaute ich nicht ein einziges Mal an. Statt dessen las ich rund 300 Seiten eines Romans, den mir meine Freundin für den Urlaub geschenkt hatte und stellte fest – ich kann ganz schlecht abschalten. Mich mal 30 Minuten am Stück nur auf die Geschichte zu konzentrieren fiel mir in den ersten Tagen unsagbar schwer.

Mit neuer Energie zurück – und alles wieder gut?

Zurück zuhause versuchte ich es in meiner Barf-Gruppe nochmal mit frischer Energie – aber irgendwie war die Luft jetzt auch bei meinen Teilnehmern raus. Es kam niemand mehr zu den Online-Treffen und keiner reagierte mehr auf meine Postings oder E-Mails. Ich versuchte, es mir nicht anmerken zu lassen (und nehme mal an – jeder der Teilnehmer wusste es dennoch irgendwie), ich war echt wie vor den Kopf gestoßen. Wie konnte es sein, das diese tolle Gruppe motivierter Teilnehmer, plötzlich auf gar nichts mehr reagierte?

Mein schöner Plan geht nicht auf und ich fühle mich wie gelähmt

Vor meinem Urlaub hatte schon einer der Mitglieder gekündigt (was ich noch auf die leichte Schulter genommen hatte). Danach kündigte eine zweite Person. Bei nur 6 Mitgliedern insgesamt sind zwei weniger natürlich gleich ein Drittel.

Das alles hätte sich vermutlich nicht so schlimm angefühlt, hätte ich schon neue Mitglieder am Start gehabt. Doch dadurch, dass ich ein halbes Jahr nur Inhalte erstellt hatte und wenig online sichtbar war, hatte ich nun nichts mehr in der Hinterhand.

Viele familiäre Termine und Veränderungen

Wir befanden uns gerade mitten im Schulwechsel meiner großen Tochter von der Grundschule auf die Realschule, es standen 2 Kindergeburtstage an (plus Backen für die jeweilige Schulklasse und unseren Besuch). Und mir war klar – bald ist Herbst – dann kommen schon wieder die nächsten Ferien und der Dezember war auch nicht mehr weit.

Neben den Weihnachtsvorbereitungen und dem normalen Tagesgeschäft mit den Beratungen und dem Barfshop und was sonst vielleicht noch an unerwarteten Dingen dazu kommt, ist der Dezember ein Monat in dem ich mir schon seit 2 Jahren nicht mehr viel vornehme. Ich weiß inzwischen, dass dieser letzte Monat des Jahres schon ohne besondere Vorkommnisse kurz genug ist.

Ich sah schlicht keine Kapazität für: Ich liefere die letzten 2 Kapitel, finde nebenher noch neue Mitglieder und erstelle für die alten Mitglieder weiter neue Inhalte. Und so musste ich der Gruppe, aber vor allem mir, im Herbst dann eingestehen, dass ich zumindest den Mitgliederbereich nicht weiter würde halten können.

Ich schließe den Mitgliederbereich

Als ich meinen Entschluss, den Mitgliederbereich zu schließen, offiziell bekannt gab, fühlte sich das für mich an wie eine große Niederlage. Mein Ego tobte und heulte. Auf der anderen Seite fühlte ich aber auch eine große Erleichterung, dass endlich ein Schlussstrich gezogen war. Das ich nicht mehr so tun musste als machte es mir nichts aus, dass offensichtlich niemand mehr Kapazitäten für die Hundeernährung hatte.

Trotzdem quälten mich noch Wochen danach Selbstvorwürfe, Selbstzweifel und unbeantwortete Fragen. Warum war ich nicht in der Lage über einen längeren Zeitraum meine und die Energie der Gruppe hochzuhalten? Mein großer Plan war gescheitert. Aber wie soll es jetzt überhaupt weiter gehen?

Neuer Mut und zurück zu “Altbewährtem”

Nachdem ich die Flut an Selbstvorwürfen und den Frust über die Niederlage einige Wochen lang verdaut hatte, kam plötzlich von irgendwo her – kurz vor Helloween – der Impuls meinen langjährigen Kunden im Barfshop was Gutes zu tun. So bastelte ich kurzentschlossen ein tolles Angebot, nur für diese Menschen und bot an, ihren Barfplan neu zu erstellen – mit einem fetten Rabatt. Denn jetzt hatte ich ja endlich wieder Zeit für 1:1 Beratungen und Barfpläne. Es sagten mehrere Kunden spontan zu und nahmen mein Angebot an. So war ich ich im November glücklich und sehr gut beschäftigt damit, diese Aufträge zu bearbeiten. Und endlich machte mir die Arbeit auch wieder Spaß.

Es soll weiter gehen: Neue Pläne entstehen

Ja, ich dachte wirklich mehrfach daran, meine komplette Selbständigkeit hinzuschmeißen. Aber auch das fühlte sich nicht richtig an. Schließlich war das ja nur der erste Versuch.

Der Kurs steht, die Texte sind da, die PDFs sind fertig, es gibt sogar Videos und Audios zu den vorhandenen 8 Lektionen. Es fehlen nur noch die 2 letzten Lektionen (die meine Gründungsmitglieder selbstverständlich nachgereicht bekommen) und im Grunde ist so ein Kurs ja nie wirklich fertig, oder? Es gibt ja immer wieder was zu verändern und anzupassen, zu verbessern oder hinzuzufügen. Es wäre sauschade JETZT aufzugeben.

Ich habe definitiv großartige Erfahrungen durch diese 5 Monate gesammelt. Und eine davon ist: Es braucht keine 5 Monate! Das beobachte ich auch immer wieder bei meinen 1:1 Barfshop Kunden. Wenn du anfängst dich mit roher Hundeernährung zu beschäftigen hast du 2-3 Monate lang SEHR viele Fragen. Du bist hochmotiviert aber vielleicht auch total unsicher und brauchst Unterstützung und einen Ansprechpartner, dem du vertraust. Aber danach KANNST du das und konzentrierst dich wieder mehr auf andere Dinge. Und das ist doch eigentlich auch gut so! Das heißt, ich habe meinen Job gut gemacht.

Neues Jahr – neuer Kursstart – aber diesmal anders.

Ich werde meinen Kurs als 3-Monats-Kurs mit Begleitung für Hundehalter anbieten, die von Fertigfutter auf Barf umsteigen wollen.

Wir erstellen deinen Barfplan zusammen mit der Gruppe, du lernst wie das geht und wie du das in Zukunft selbst machen kannst. Gleichzeitig erfährst du ganz viel zu den Komponenten & Zusätzen und du kannst mich während der Futterumstellung alles Fragen, was dir im Kopf herumgeht, erzählen wie deine Berechnungen aussehen, wie die Futterumstellung klappt und bekommst meine volle Unterstützung und profitierst auch von der Erfahrung der anderen Gruppenmitglieder. Nach 3 Monaten gehst du dann mit ganz viel Wissen und Sicherheit aus dem Kurs raus und kannst in Zukunft deine Barfpläne selbst erstellen, überprüfen und anpassen.

Das Gute ist ja – 8 der 10 Lektionen gibt es bereits und sie wurden bereits von Hundehaltern getestet und für gut befunden. Nach den 3 Monaten fütterst du im besten Fall roh und brauchst die Gruppe gar nicht mehr. Dann kann ich eine Pause einlegen, um Energie zu tanken für meine Familie da zu sein und alles für die nächste Gruppe vorzubereiten. Das fühlt sich gerade jetzt für mich perfekt an.

Und außerdem? Was steht 2022 an?

  • Ich arbeite weiter an meiner Regelmäßigkeit. Blogartikel, Instagrambeiträge, regelmäßige Newsletter. Ein großes Ziel ist, das alles regelmäßig zu liefern. Claudia Kauscheder und die Mitglieder im Content-Planungs-Club werden mir sicher helfen in der Spur zu bleiben 😉
  • Mehr Versuche, weniger Angst. Ich möchte nächstes Jahr 2x meine Hundefutter-Challenge und meinen 3-Monats-Barfkurs anbieten.
  • Bücher. Ich möchte nicht nur regelmäßiger arbeiten sondern auch regelmäßiger lesen. Romane. Keine Fachbücher.
  • Mehr Lebensfreude.  Wer mich kennt, der weiß: ich lache gerne und viel. Der Spaß an der Sache soll wieder mehr in den Vordergrund treten. Denn der war mir irgendwann letztes Jahr verloren gegangen.
  • Nicht mehr so viele Ziele 😉 2021 wollte ich eine App programmieren, ein Buch schreiben, regelmäßig Content liefern, meinen Kurs aufbauen, meiner Familie gerecht werden, viel Geld verdienen, meinen Barfshop schöner und größer machen und und und… Ja – diese Ziele bleiben grundsätzlich bestehen. Aber ich nehme mir nicht mehr alles auf einmal vor.

Wer schreibt hier?

Ich bin Yvonne Bach. Lebenslustig, pragmatisch, ehrlich, verheiratet. Mama von zwei tollen Kindern und Besitzerin einer Setter Dame aus Italien.

2021 startete mein EINFACH-BARFEN-ONLINEKURS in dem ich Hundehaltern in 3 Monaten zeige, wie sie den Barfplan für ihren Hund ganz einfach und sicher selbst erstellen können.