WIE ALLES BEGANN…

Schon als Kind fühlte ich so etwas wie eine seelische Verbundenheit mit Tieren. Ich wuchs mit Katzen, dem Pudel meiner Großeltern und einem Wellensittich auf.

Ich schleppte aus dem Nest gefallene Vögel und in Pfützen entsorgte Zierfische nachhause. Meine Eltern waren nicht sehr begeistert und meine Rettungsversuche leider nur selten von Erfolg gekrönt.

Mit 8 Jahren fing ich einen entlaufenen Schäferhund ein, den ich aber leider nicht behalten durfte. Dafür durfte ich ein Jahr später endlich reiten lernen.

Ein paar Jahre später, als Jugendliche nahm ich mich einer Tinker-Stute in “unserem” Stall an, die völlig verwahrlost in ihrer Box stand und nach jedem biss und trat, der sich ihr näherte. “Flocke” war grau mit weißen Punkten und sie hatte Hufe, groß wie Teller. Sie galt als gefährlich. Ich jedoch sah vor allem eine große Herausforderung und ein unglückliches Pferd. So nahm ich mich ihr, nach Rücksprache mit den Haltern, voller Tatendrang und Zuversicht an. Und tatsächlich – mit Führung, regelmäßiger Beschäftigung und liebevoller Zuwendung entpuppte sich das “gefährliche Tier” zu einem ganz lieben und zuverlässigen Pferd.

Meine Begeisterung für gesundheitliche Zusammenhänge entdeckte ich eher zufällig, während ich meine Beste Freundin zum Schnupperseminar in einer Tierheilpraktiker-Schule begleitete. Erstaunt stellte ich fest, wie sehr mich das medizinische Thema (ich glaube, es war das Herz-Kreislauf-System) fesselte.

Dennoch wurde ich zunächst, auf eigenen Wunsch, Mediengestalterin und zog nach meiner Ausbildung in Solingen mit 23 Jahren nach München um.

WEG VOM BERUF, HIN ZUR BERUFUNG

Im Alter von 25 Jahren, mit beiden Beinen im Berufsleben und weit weg vom Elternhaus entschied ich jedoch, dass sich was ändern musste. Denn obwohl ich gutes Geld verdiente und erfolgreich war in dem was ich tat, war ich schlicht unglücklich.

Ich erinnere mich noch, dass ich mir wie ein eingesperrtes Tier vorkam. Immer wieder sah ich sehnsüchtig durch die große Terrassentür unseres Büros zum englischen Garten hinaus, in die grüne, sonnige Weite, während ich wusste, in 3 Stunden ist “Deadline”. Da will der Chef Ergebnisse sehen!

Ich fing also an, mich nach alternativen Berufen und Möglichkeiten umzuschauen. Denn so, hatte ich mir mein Leben irgendwie nicht vorgestellt.

Zunächst versuchte ich mich an einem Fernstudium zur Tierheilpraktikerin, musste jedoch nach einem Jahr feststellen, dass ich meinem Ziel so nicht näher kommen würde. Zumindest nicht so, wie ich das wollte.

Ich entschied, dass ich eine umfangreichere und praxisnahe Ausbildung brauchte um danach wirklich selbständig arbeiten zu können und wollte lieber eine einzige Heilmethode richtig erlernen, als viele nur ein bisschen.

EINE NEUE AUSBILDUNG UND UNGEAHNTE MÖGLICHKEITEN

Mit animalmundi, der Schule für Tierhomöopathie in Freising bei München, hatte ich 2003 endlich gefunden was ich suchte: Drei Jahre berufsbegleitenden Präsenzunterricht in Anatomie, Physiologie, Pathologie, Verhaltenskunde und klassischer Homöopathie. Danach ein Jahr Praxisbegleitung bei klassisch homöopathisch arbeitenden Tierärzten und Tierhomöopathen.

Für meine Abschlussarbeit vor dem Berufsverband klassischer Tierhomöopathen Deutschland (BkTD) nahm ich ein Thema in Angriff, welches für viele ein schwieriges zu sein schien: die klassisch homöopathische Behandlung von kleinen Nagern, explizit Degus. Ich habe selbst 10 Jahre lang Degus gehalten und schon während meiner Ausbildung zur Tierhomöopathin behandelte ich einige der kleinen Nager erfolgreich homöopathisch.

Es war fantastisch. Endlich hatte ich eine effektive Möglichkeit gefunden, meinen Tieren selbst helfen zu können. Etwas, bei dem sich selbst Tierärzte schwer taten, weil die kleinen Nager so stressanfällig sind. Jetzt konnte ich sie nicht nur bei körperlichen Erkrankungen stabilisieren sondern auch bei Aggression, Eifersucht und Angst in der Gruppe oder bei Neuzugängen aus schlechter Haltung. 

2008 startete ich dann in das große Abenteuer Selbständigkeit. Ohne Praxisräume, ohne Auto. Nur mit meinem Wissen, einem Computer und meiner Zeit neben meiner Hauptarbeit in der Agentur. Ich fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meinen Patienten, arbeitete abends und nachts nach meinem Hauptjob die homöopathischen Mittel aus. Es war nicht immer einfach, aber ich fühlte mich endlich frei und selbstbestimmt. Und mein Leben hatte plötzlich einen tieferen Sinn bekommen.

Bis heute erfüllt mich die Arbeit mit Tieren und ihren Menschen mit großem Glück, Dankbarkeit und Freude. Ich bin froh, damals diese Schritte in die Selbständigkeit gewagt zu haben.

Selbständig seit 2008

2004-2008 Ausbildung zur klassischen Tierhomöopathin bei Animalmundi

2008-2009 nebenberuflich selbständig als Tierhomöopathin in München

2009 Umzug von München nach Rheinau, Neuaufbau meiner Tierheilpraxis in Rheinau (wieder nebenberuflich)

2010 Heirat und Geburt meiner Tochter

2012 berufliche Pause – Mama-Zeit

2013 Geburt meines Sohnes

2016 Neustart, diesmal in die Vollselbständigkeit als Tierhomöopathin

2018 Spezialisierung auf Hunde & Katzenfütterung, Barfen nach dem Beutetierprinzip, Eröffnung meines Barfshops

2019 Hurraaa – endlich Umsatzsteuerpflichtig!

2020 Zusätzlich zum Ladengeschäft und meinen Beratungen und Behandlungen vor Ort biete ich nun auch Onlineberatungen an.